Nach dem vereitelten Anschlag auf ein Flugzeug hat die US-Regierung die Sicherheitsbestimmungen für Flüge in die USA offiziell verschärft. Was das für die Passagiere genau bedeutet, ist nicht bekannt: Die neuen Massnahmen sind laut Behörden «unvorhersehbar».
(sda/afp/dpa/Reuters) NZZ Online
Die Passagiere könnten nicht überall das gleiche erwarten, teilte das US-Heimatschutzministerium am Samstag mit. Die Massnahmen würden «unverzüglich» gelten, sowohl für Inlands- als auch für internationale Flüge, «um die Sicherheit der Reisenden weiterhin sicherzustellen».
Heimatschutzministerin Janet Napolitano rief die Fluggäste auf, mehr Zeit für das Check-In an den Flughäfen einzuplanen. An zahlreichen Flughäfen wurden die Sicherheitsvorkehrungen bereits verschärft, darunter in Paris, London, Brüssel und Rom. In Zürich gelten die neuen Bestimmungen für Flüge in die USA ab morgen Sonntag.
Aufklärung gefordert
in Sprecher des Amsterdamer Flughafens Schiphol betonte erneut, dass auf Schiphol alle geltenden Vorschriften für die Kontrolle von Transitpassagieren eingehalten worden seien. Dennoch sorgten sich mehrere niederländische Politiker um den Ruf des Flughafens und forderten eine lückenlose Aufklärung der Umstände.
Das Justizministerium müsse erklären, wie der Täter explosionsfähiges Material an Bord der Maschine habe bringen können. Die Reputation des Amsterdamer Flughafens als zuverlässiges internationales Luftdrehkreuz stehe auf dem Spiel, sagte etwa der Abgeordnete der regierenden Sozialdemokraten, Ton Heerts.
Die US-Heimatschutzministerin Napolitano würdigte das Eingreifen der Mitreisenden und der Crew des Flugs 253 von Amsterdam-Schiphol nach Detroit. Sie hatten am Freitag einen 23-jährigen Nigerianer überwältigt, der kurz vor der Landung einen Sprengsatz zünden wollte. Die anderen Insassen der Maschine hätten «schnell und heldenhaft auf einen Vorfall reagiert, der tragisch hätte enden können», erklärte die Ministerin.
Durchsuchung in London
Inzwischen identifizierte ein früherer nigerianischer Minister und Bankenchef den Terrorverdächtigen bei der Polizei in Nigeria als seinen Sohn. Sein Sohn habe in London studiert, aber die britische Metropole verlassen, um zu reisen, sagte er. Die geplante Reiseroute seines Sohnes kenne er nicht. «Ich glaube, er hätte im Jemen sein können, aber wir kümmern uns darum, das festzustellen.»
Die britische Polizei durchsuchte am Samstag seine Wohnung im Londoner West End in der Nähe von Oxford Circus. Der Terrorverdächtige hatte zwischen 2005 und 2008 Maschinenbau am University College London studiert.
Quelle: NZZ Online
• Geschrieben von Newsteam am 28.12.09 um 21:31 Uhr
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